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Date Posted: Sunday, 22.05.2005; 19:20
Author: hartmut
Subject: Es ist dein Leben
In reply to:
vampir
's message, "objektiv?" on Sunday, 22.05.2005; 14:57
Hallo Vampir,
>Wenn diese Medikamente nicht deine Psyche oder Gefühle verändern, was bewirken sie dann? Kann mir nur >vorstellen, dass sie eine dicke Schicht Watte darüber legen, was ich allerdings auch nicht so die Waffe finde.
Wenn diese Medikamente in irgendeiner Weise meine Psyche beeinflussen würden, würde ich sie strickt ablehnen. Wie ich schon in einem anderen Beitrag schrieb, trank ich früher Alkohol wenn ich es sonst nicht mehr aushielt. Der Alkohol überdeckte eine gewisse Zeit meine Probleme, konnte aber nie die Ursache bekämpfen. Das Gleiche ist mit den Medikamenten z.B. Tavor, die zwar wie Alkohol über den Moment helfen. Mit diesen Mitteln das Gehirn, Denken beeinflussen ist nicht anderes wie sich selber belügen. Als Notfallmittel einsetzbar, aber nur sehr kurzfristig.
Aber genauso wie Alkohol und bestimmte Medikamente dein Gehirn belügen können, kann sich auch das Gehirn selber belügen und alles in schwarzen Farben malen. Und dann ist das Gehirn krank. Da setzen die Medikamente ein, indem sie diese kranken Prozesse beeinflussen. Deshalb geht es auch relativ lange, bis die ersten Erfolge eintreten. Im Gegensatz zu den Drogen.
Also nichts mit Watte und Glückspillen, das funzt nicht.
>Wenn du selbst nicht in der Lage bist, ein objektives Bild von dir selbst abzuliefern (ich meine hiermit, zu >denken), wer sollte das dann können? Logisch sind deine Gedanken (oder speziell hier: meine Gedanken) von >Erfahrungen und Erlebnissen abhängig. Krankheiten nicht, denn ich bin nicht krank. Ich seh mich , wie ich bin, >äußerlich wie innerlich. Und was ich sehe, finde ich scheiße (deshalb vermeide ich in den Spiegel zu sehen, bin >ja leider kein echter vampir). Natürlich stellt sich schon die Frage, was ist in dem Fall objektiv oder ist es >überhaupt möglich, ein objektives Bild von dir selbst von dir selbst zu bekommen (oder von jemand anderes).
Das mit dem objektiven Blick auf sich selber ist so eine Sache. Wer kann sich wirklich ehrlich einschätzen. Auch die Umwelt hat verschiedene Bilder von ein und der selben Person. Wer kann da schon sagen, was wirklich wahr ist und was nicht. Deshalb gibt es Menschen die dich mögen, und welche die mögen dich einfach nicht.
Und wenn Du in den Spiegel siehst, erkennst Du dann was da ist, oder was Du sehen willst. Denk mal darüber nach.
Du bringst die Erfahrungen ein, sicher prägen sie dich, doch die Frage ist aber auch, welcher Erfahrungen prägen dich stärker, die Positiven oder die Negativen. Welche Erlebnisse verarbeitet dein Gehirn besser.
Falls Du krank sein solltest, ich kann es nicht beurteilen, bist Du krank ob Du es dir eingestehst oder nicht. Hier frage ich direkt, kannst Du es wirklich selber richtig einschätzen, oder ist es nur deine subjektive Meinung.
>Deinem Argument mit den Leuten mit Schönheitsmängeln kann ich aber genausogut entgegnen, schau mal, >wieviele Menschen es ohne diese Mängel gibt. Und sind wir doch ehrlich: diesen Menschen gehört die Welt, >sie bekommen das, was sie wollen, ob es jetzt Liebe, Glück oder sonstwas ist. Sie werden uns ständig >vorgehalten und sie sprechen mir das Recht auf Existenz, wie ich sie mir träume, ab. Vielleicht können ja >andere es trotzdem schaffen, ein Selbstbewusstein zu entwicklen, ich kanns nicht, ich konnte es noch nie und >lernen tu ich das nicht mehr.
Da gibt es wunderbare Seiten im Netz, die Schönen und die Reichen, geschminkt und ungeschminkt. Außerdem was geht es mich an, wieviel Prozent der Menschheit schöner ist als ich. Du siehst auch bei diesen Menschen nur die Fassade, und warum war in den Klapsen wo ich war, überproportional diese Gruppe vertreten. So einfach ist es nicht, einfach nach anderen schauen, was dich angeht ist dein eigenes Leben. Du mußt dir deine eigene Identität aufbauen. Zufriedenheit oder Glück kann meiner Meinung nach nur aus einem selbst kommen. Es geht hier nicht darum die rosarote Brille aufzusetzen. Doch Du brauchst dir auch nicht einzureden, das deine Probleme nicht lösbar sind.
>Dein Gedanke mit Reaktion und Gegenreaktion kann aber genausogut zum Umkehrschluss führen. Dass meine >Reaktion auf mich eine Reaktion auf die von anderen auf mich ist. Und meine Reaktion auf andere basiert >natürlich darauf, wobei diese eine andere ist, als auf mich selbst. Ich tu anderen nicht weh beispielsweise und >diese vollkommene Unsicherheit kriegen auch nur wenige mit. Nee, eigentlich gar niemand, nur ihr hier. >Schwarze Schale, schwarze Brille und kein Augenkontakt machen das möglich.
Dann sage doch einmal, welche Reaktionen erwartest Du von den Menschen. Woher sollen es die Menschen wissen wenn Du dich hinter schwarz versteckst. Hast Du etwas zu verbergen wenn Du den Augenkontakt vermeidest. Oben steht etwas vom objektiven Bild, verfälscht Du es nicht mit deinem Panzer. Gibst Du nicht selber die negativen Signale die Du hier beklagst.
>Wie du siehst, hast du mich schon zum Nachdenken angeregt, was ich allerdings seit mehr als zwei Jahren mit >demselben Ergebnis tu.
Na und, bei mir waren es 25Jahre, und was sagt es aus. Für mich kann ich sagen, es waren 25Jahre Irrtum.
>Und du hast Recht, Leid ertragen muss nicht sein, was mich in meinem Entschluss auch bestätigt.
Es ist dein Leben, und auch deine Entscheidung was Du machst.
Grüße
hartmut
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