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Date Posted: Saturday, 12.11.2005; 20:24
Author: Kauz
Subject: einsamkeit

Hallo Mitleidende!

Ich habe mir recht viele Beiträge durchgelesen und empfinde es als leidmindernd, wenn ich sehe, nicht der Einzige depressive Mensch zu sein. Komisch, ich weiß gerade nicht wo und wie ich anfangen soll. Vielleicht beschreibe ich meinen gegenwärtigen Zustand, der sich aber!!! wie ein roter Faden durch mein Leben zieht.
Kennt ihr folgendes Gefühl: Ihr sitzt mit "Freunden" und Bekannten, seid auf einer Feier, seid in der Uni oder irgendwo inmitten irgendeiner Gesellschaft... und ihr fühlt euch gerade in diesem sozialen Netz unendlich einsam! Ich will dann nur fliehen. Ein Beispiel: Nach der Uni bin ich mit 3 Kommilitonen noch spazieren gegangen und wir landeten im Auto. Haben uns ganz einfach so unterhalten. Es ist sicher nicht eine tiefe Freundschaft, aber sie mögen mich. Irgendwann kam der Gedanke: ich muss hier weg. Ich bin dann auch gegangen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. Das habe ich sehr oft.
Ein anderes Thema wäre: Frauen/Beziehung. Zunächst einmal solltet ihr wissen, dass mein Grundgefühl Melancholie ist! Nicht Depression. Ich neige zu Traurigkeit, habe aber auch leuchtende Momente und gelegentlich kann ich auch was leisten. Doch bin ich meist eher melancholisch und das heisst in meinem Fall konkret: ich bin eher vergeistigt, sehe keinen Wert und Freude in diesem Leben. Alles was fassbar ist, hat keinen Wert für mich. Damit meine ich alles Materielle, Autos usw. Aber auch der Sex an sich ist mir nicht wichtig. Allein was mich glücklich stimmt, ist Harmonie, die Liebe zu einer Frau. Doch noch nie habe ich eine Frau kennengelernt, die mich geistig und seelisch umarmen will und mit mir diese Tiefe erleben will. Es kommt vor, Gott sei Dank selten, dass ich mich in eine Frau verliebe, in ihr die Fähigkeit zur Tiefe sehe, und dann werde ich enttäuscht. Ich erlebe es so, dass sie nur das Oberflächliche wollen. Sex usw. Aber keine echte Freundschaft gepaart mit viel Liebe. Dann geht das auseinander, ohne das es wirklich angefangen hat, und dieser Zustand macht mich endlos depressiv. Hier mache ich den Schritt von der Melancholie zur Depression. Und das heisst: Nicht wirklich einkaufen gehen zu können, gesteigertes Verlangen, nicht mehr leben zu wollen. In diesem Zustand befinde ich mich gerade, und ich denke seit 5 Woche nur über den Tod nach. ....wie es sein wird, wenn ich mich verabscheide aus dem Hier und Jetzt usw. Aber ich vermute, dass ich wie in meinem bisherigen Leben den letzten Schritt zu gehen, nicht im Stande sein werde.
Und das wiederum bedeutet ein Dillemma, das euch bestimmt allzu vertraut ist. Es fehlt der letzte Mut, es fehlt eigentlich nur noch 1% (denn zu 99% haben wir den Schritt schon getan), doch dieses 1% hindert uns zum endgültigen Suizid. Dann bleibt einem nur das Dahinsiechen, das Weitermachen, unter unerträglichen seelischen Schmerzen.
Ich frage mich: Warum ist mein Weltschmerz so groß?
Warum können mich Frauen so verletzen?
Waurm kann ich nicht so funktioneren wie andere?
Grüße
Kauz

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