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Date Posted: Monday, 9.05.2005; 21:21
Author: Helmut Uwe Steiger
Subject: Die Nacht ist mein Freund

wenn es zu dämmern beginnt kommt ihn mir so etwas wie hoffnung auf. die hoffnung auf einen neuen tag, einen tag, an dem ich einfach aus dem bett steigen könnte, essen gehen, und dann irgendetwas machen. ich bin nicht anspruchsvoll. es müßte nichts großartiges sein.
doch immer wieder wache ich auf und ich habe keinen antrieb, nur angst, zittern, stumpfe gedanken.
diese gedanken, diese bilder treiben mich in den wahnsinn. ständig nur sehe ich mich an der hauswand baumeln oder sehe wie nach freiem fall meine kiefer- und schädelknochen zersplittern, die lunge und die leber aufplatzen. ich kann diese bilder nicht abstellen. sie halten mich ab vor der entscheidung. aber irgendwann einmal muß ich es ja doch tun. es gibt doch kein zurück mehr. gibt keine hoffnung mehr.
ich fürchte mich so, habe angst, angst vor schmerzen, angst vor dem letzten dunkelwerden, ja sogar angst davor, daß es unrecht ist.
"ich muß", sage ich mir, "ich muß... leben". doch... ich kann nicht. ich habe keine kraft mehr. meine ängste und zwänge lauern nur darauf bis sie wieder zuschlagen können, mir psychische qualen zufügen. ich habe keine fluchtmöglichkeit, doch, halt, ja, natürlich, die eine.

meine finger sind kalt. was für ein unangenehmes gefühl.

ja, die nacht ist mein freund. für fünf stunden entreißen mich meine schlafmittel dem dasein, fünf stunden schlaf, fünf stunden ohne pein.-

warum nicht länger?

p.s.: liebe grüße an die wackeren hier, die ihrem schicksal trotzen

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