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Date Posted: Sun, April 19 2009, 5:53:51
Author: Τάνταλος
Subject: Re: Sicherlich herstellbar,
In reply to: fiddlersblack 's message, "Re: Sicherlich herstellbar," on Sun, April 19 2009, 2:28:21

Modus operandi à la Chewbacca-Verteidigung, nenn ich das mal.

Das genannte Beispiel hat doch gar nichts mit "Sterbehilfe auf Rezept" zu tun! Es geht ja nicht um zwei konkurrierende Produkte auf einem bereits bestehenden Markt, sondern lediglich um die legale Erweiterung der Indikation für bereits zur Anwendung zugelassene Mittel. Jedes Krankenhaus wäre in der Lage, Sterbehilfe zu leisten. Diese Mittel müssten auch gar nicht erst eine kostenintensive Forschungs- und Entwicklungsphase durchlaufen, da sie bereits als Narkose-, Schmerz-, Epilepsie- und sonstige Mittel eingesetzt werden. Die vermeintlich geringe Nachfrage würde dabei auch keine Rolle spielen, da diese Mittel ja hauptsächlich sowieso schon in anderen Bereichen nachgefragt werden. Außerdem wirken die Marktmechanismen sowieso nur begrenzt im Gesundheitbereich, da dieser Markt durch Krankenkassen, die gewisse Medikamente zahlen müssen, die sich die Patienten selbst nicht leisten könnten, subventioniert wird und außerdem ein Oligopol vorherrscht.
Ein gutes Beispiel hierfür ist die Behandlung von HIV-Positiven. Die Krankenkassen zahlen die Preise, die die Pharmaunternehmen vorgeben, da die Vericherten einen Anspruch darauf haben. Müssten die Patienten diese Medikamente von ihrem Einkommen zahlen, könnten sich das viele nicht leisten, würden wegsterben, die Pharmakonzerne würden auf ihren Produkten sitzen bleiben. So ähnlich läuft es in Ländern der Dritten Welt. Für den Gesundheitssektor hierzulande gelten die Regeln des freien Marktes nur stark eingeschränkt.

Unethisch betrachtet, könnte sich die kontrollierte Sterbehilfe durch Einsparen kostenintensiven Siechtums volkswirtschaftlich durchaus rentieren...

Die Gründe gegen kontrollierte Sterbehilfe sind allein religiös-dogmatischer Natur.

Τάνταλος

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