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Date Posted: 04:26:01 05/13/06 Sat
Author: lilly
Subject: Re: Zyankali
In reply to: Theo 's message, "Re: Zyankali" on 09:37:07 02/17/06 Fri

vielleicht mal ein paar wissenschaftliche dinge zu Kaliumcyanid:

Kaliumcyanid bildet farblose Kristalle, die bittermandelartig riechen, einen Schmelzpunkt von 634 °C haben, sich gut in Wasser, aber nur schlecht in Alkohol lösen. Nur etwa die Hälfte aller Menschen können (genetisch bedingt) den auf die Gefährlichkeit hinweisenden Bittermandelgeruch wahrnehmen.

Auch mit schwachen Säuren (wie der Kohlensäure) wird aus Kaliumcyanid Blausäure freigesetzt, bei längerem Lagern bildet sich durch Kohlendioxidaufnahme aus der Luft Kaliumcarbonat.
Toxische Wirkung:
Zyankali-Kapseln enthalten meist Kaliumcyanid oder ein anderes Salz der Blausäure. Beim Verschlucken oder Zerbeißen einer solchen Kapsel entfaltet sich die toxische Wirkung der beim Kontakt mit Wasser entstehenden Blausäure.
Fische sterben bei einer Cyanidkonzentration von 1 bis 5 Mikrogramm pro Liter Wasser; für kleinere Säugetiere liegt die tödliche Konzentration bei einigen Milligramm pro Liter. Bei einem erwachsenen Menschen beträgt die tödliche Dosis etwa 140 Milligramm CN-, dabei ist auch Hautresorption möglich.

Herstellung:
Die technische Herstellung erfolgt aus Blausäure und Kalilauge (Neutralisation und nachfolgendes Eindampfen).


Blausäure sowie alle Cyanide sind hochgiftig. Blausäure verdunstet bei normaler Lufttemperatur; eine Vergiftung kann deshalb leicht durch Einatmen (inhalativ) erfolgen. Eine Resorption über die Haut ist möglich, sie wird durch körperliche Arbeit (welche mit Schweiß verbunden ist) begünstigt, da Blausäure eine hohe Wasserlöslichkeit besitzt.

Die primäre Giftwirkung besteht in der Bildung eines Komplexes mit dem Eisen-III-Zentralion der Cytochrom-Oxidase in den Mitochondrien. Durch die Inaktivierung dieses Enzyms kommt die Zellatmung zum Erliegen, die Zelle kann den Sauerstoff nicht mehr zur Energiegewinnung verwerten. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist eine hellrote Färbung der Haut ein typisches Anzeichen einer Vergiftung mit Cyaniden: Das venöse Blut ist noch mit Sauerstoff angereichert, da der Sauerstoff von den Zellen nicht verwertet werden konnte.

Die Bindung des Cyanids an Fe-II-Ionen ist vergleichsweise gering. Die Inaktivierung des Hämoglobins durch Bindung des Fe-II-Ions spielt daher bei Vergiftungen eine untergeordnete Rolle.

Ein nicht zu unterschätzender Anteil der Menschen kann den Geruch von Blausäure nicht wahrnehmen und sollte entsprechende Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Blausäure treffen.

Tödlicher Einsatz von Blausäure:
Die tödliche Wirkung der Blausäure wurde in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern benutzt, um Menschen in großer Zahl zu ermorden. (Vergleiche Zyklon B, Gaskammer, Holocaust).
In einigen Staaten der USA wird Blausäuregas zur Vollstreckung der Todesstrafe in der Gaskammer eingesetzt. Vermutungen zufolge liegen die dabei angewandten Blausäurekonzentrationen bei ca. 3.200 ppm. Der Tod des Verurteilten tritt in der Regel innerhalb von 4 bis 10 Minuten ein. Je nach körperlicher Verfassung sollen aber auch bis zu 17 Minuten möglich sein.

Blausäure als Kampfmittel:
Als Giftgas wurde Blausäure erstmals durch die französische Armee am 1. Juli 1916 eingesetzt. Dieser Einsatz blieb nicht nur wegen neuartiger Filter in den Gasmasken der deutschen Gegner wirkungslos. Die Brauchbarkeit von Blausäuregas als Kampfstoff erwies sich als mangelhaft, weil sich das Gas sehr rasch verflüchtigte. Nach diesem Misserfolg wurde Blausäuregas als Kampfmittel nicht weiter verwendet.

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