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Date Posted: 31/03/04 2:53
Author: Marla
Subject: Einfach mal schreiben

Hm liege wach und schaue TV - kann nicht schlafen.
Sehe einen Polizeibericht. Drogenabhängiger Vater schleicht Nachts mit seinem 3jährigen Sohn durch die Drogenszene. Der Junge ist unterkühlt und hat Hunger.
Ich sehe mein Kind vor mir. Ein kleines blondes, fast dreijähriges Mädchen. Viele sagen sie sehe mir ähnlich, armes Ding *grins*
Ich stelle sie mir vor, Nachts allein und weint nach mir.
Das Herz tut weh.
Ich denke an die vielen User im Chat, die nie Liebe von ihren Eltern erfahren haben.
Werde ich auch mal so eine Mama?
Ich will das nicht. Vielleicht wurden sie mal geliebt. Weil kleine Kinder sind noch leich "zuhandhaben". Man kann sie einfach knutschen und drücken und sie können sich nicht wehren *grins*
Ich mache mir viele Sorgen, wie es wohl in ein paar Jahren aussehen wird.
Ich habe Angst um sie, dass ihr irgendetwas zustossen könnte. Dass sie weinen könnte, nach mir rufen könnte und ich bin nicht da. Kann ihr nicht helfen.
Sie wurde nicht gefragt, ob sie geboren werden will, also habe ich mich zukümmern, dass es ihr gut geht.
Ihr Name bedeutet die Beschützerin. Er wurde unbewußt gewählt. Ich fand ihn einfach nur toll. Im nachherein gewinnt er immer mehr an Bedeutung.
Ich habe das Gefühl, dass ich sie von Tag zu Tag immer mehr liebe. Sie schaut mich an mit ihren großen blauen Augen und ich frage mich, wird es immer so sein?
Mir wurde gesagt, dass unsere Sternzeichen, die beste Konstellation bedeutet. Ich glaube sonst nicht an so einen Mist, aber in dieser Beziehung gefällt es mir.
Ich wünsch mir so sehr, dass sie immer zu mir kommt und mit mir redet. Ich finde es so wichtig, dass ich weiß was sie beschäftigt. Aber irgendwann kommt sicher ein Alter, wo alles nicht mehr so einfach ist.
Ich rede oft mit ihr, frage sie ob alles ok ist. Wir flüstern uns das immer zu. Das ist eines unserer Rituale. Genauso wenn ich sie zum Kindergarten bringe. Ich bekomme jeden Morgen zwei Küsse. Oder wenn ich weine, dann kommt sie zu mir und nimm mich in den Arm. Wir teilen uns ihr angesabbertes Brötchen und tanzen zu Pippi Langstrumpf. Ich lese ihr auf der Couch vor und schlafe dabei ein.
Sie ist eine verzogene Göre, das steht fest. Nicht in materiellen Dingen, sondern emotional. Sie darf ihre Emotionen ausleben, ich bitte darum. Sie wird oft wütend wenn irgendwas nicht klappt. Ich kann nicht abstreiten, dass sie mein Kind ist *grins*
Es gehört alles zum Entwicklungsprozess.
Sie hat viel Freiheit. Ich wohne in einem kleinem Dorf und jeder kennt jeden. Wenn wir einkaufen gehen, dann treffen wir uns meist erst an der Kasse wieder. Oder letztens war ich mit einem Bekannten essen. Und er war erstaunt, dass sie nicht bei uns bis zum Schluss am Tisch sitzen musste. Ich fragte warum das so verwunderlich ist. Er meinte andere Mütter zwingen ihre Kinder still zu sitzen. Ich sage, dass ist doch Schmarrn. Wir haben beide nix davon, wenn ich sie am Tisch behalte. Sie weiß was ok ist und reagiert auf meine Blicke. Und ausserdem bin ich gut versichert *grins*
Ich weiß eigentlich gar nicht warum ich das schreibe, aber ich habe soviele Gedanken, die sich um sie drehen. Die müssen irgendwo hin.
Was mir noch in den Sinn kommt, sind die ständigen Kämpfe mit Leuten die meinen ein Klaps auf dem Po würde nicht schaden. Sicher würde davon nicht die Welt einstürtzen. Nur sehe ich es so, dass sie Gefühle hat und die müssen raus. Sie spricht noch nicht so gut und uns fehlt eine normale Kommunikation. Und wenn sie knatzt dann stimmt irgendwas nicht. Mit einem Klaps würde ich sie zwingen ihre Gefühle zuverbergen. Ich will doch, dass sie mir die mitteilt.
Und was kann ein kleines Kind schon ausfressen, dass einen Schlag berechtigt. Sie muss noch soviel lernen. Ich kann ihr tausend mal sagen, dass der Herd heiß ist, sie weiß es aber erst, wenn sie wirklich drauf gefasst hat. Nicht, dass ich das jetzt fördern würde...
Ich kann sie danach nur trösten. Ich finde dieses Vertrauen so toll, egal was ist, sie weiß dass ich da bin und ihr helfen, die Mauer runter zuspringen. Wenn ein Hund ihren Weg kreuzt, dass ich sie auf den Arm nehme und wenn sie sich weh getan hat, dass sie zu mir kommt und den Schmerz wegpuste. Ich frage sie immer "Mutti´s Wunderpuste?". Und der Schmerz ist wie weggeblasen *lach*.
Sie ist sehr introvertiert. Ich denke irgendwann wird sie deswegen Probleme bekommen. Ich muss sagen, ich mag es, dass sie so ist. Ich kann nicht genau sagen warum.
Andere Kinder gehen ihr am Arsch vorbei. Wir gehen zum Kinderturnen und genauso wie mich die anderen Supermamis nicht interessieren, genauso hält sie es mit deren Kindern.
So eine Massenansammlung von Muttis bringt mich zum Schwitzen. Dieses Gerede wann welches Kind trocken geworden ist usw - Horror. Wahrscheinlich ist es wieder das Bedenken, wie sie reden würden, wie ich mit meiner Tochter umgehe.
Ich bleibe lieber für mich und wenn ich vor einem Problem stehe, dann frage ich troy. Sie ist eine kluge Frau und wußte immer Rat.
Z.B. in ihrer schlimmes Knatzphase, nix konnte ich ihr Recht machen und ständig lag sie am Boden und hat geweint. Troy empfahl mir, sie einfach abzulenken. Anfangen sie singen, irgendwas. Auf das einfachste bin ich natürlich von allein nicht gekommen ;- )
Ich denke schon, dass sie glücklich ist, sie macht zumindestens den Eindruck *lach*. Natürlich darf man nicht die schwerwiegenden Probleme eines kleinen Kindes vergessen ;-)
Ach im Grunde macht mir diese innerliche Waage zuschaffen. Auf der einen Seite die Liebe zu diesem Kind und auf der anderen, die Angst.
Ich wollte nie Kinder haben, ich finde es unverantwortlich Kinder in diese Welt zusetzen und dennoch ist es anscheinend, das größte Glück auf Erden.
Und falls der Leser nun den Eindruck bekommen hat, dass ich nur für mein Kind lebe, so täuscht das. Man sollte mit ihm leben, nicht nur für das Kind.
Obwohl ich bezweifle, dass irgendeiner bis zum Ende gelesen hat *grins*

Gruß Marla

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