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17.01.2010, 16:32 Astronomie Außerirdische Intelligenz in der Milchstraße Ist unsere Existenz ein Zufall oder wimmelt es da draußen von Leben? Ein deutscher Astrophysiker glaubt an zwei Millionen intelligente Zivilisationen. Von FOCUS-Redakteur Michael Odenwald colourbox Sternbilder: Wo verstecken sich die Außerirdischen? Seit Jahrzehnten spekulieren Wissenschaftler, ob von den Milliarden von Planetensystemen eine Zivilisation hervorgebracht wurde, die unserer gleicht oder sich vielleicht auf einem höheren technischen und geistigen Niveau befindet. Peter Ulmschneider, Astrophysik-Professor an der Universität Heidelberg, etwa geht allein für unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, von zwei Millionen intelligenten Zivilisationen aus. Auch wenn sich eine solche Zivilisation im Durchschnitt zehn Millionen Jahre lang halten könnte, müssten die meisten davon bereits ausgestorben sein. Doch es blieben immer noch 4000 übrig, die Kontakt zu uns aufnehmen könnten, hat Ulmschneider hochgerechnet. Mit der wahrscheinlichen Existenz von Außerirdischen befassen sich auch mehrere Filme, zum Beispiel „Kontakt“, in dem der Vater der kleinen Ellie Arroway sagt, „wenn wir die Einzigen im Universum sein sollten, wäre das eine ziemliche Platzverschwendung.“ Seine Tochter wird später eine berühmte Astrophysikerin und entdeckt Signale einer außerirdischen Zivilisation. Sind wir einzigartig? Kann Leben nach den Regeln der Naturgesetze entstehen? Oder ist es nicht doch ein Gott, der dem Staub einer oder vieler Welten den Lebensodem einhauchte? Sind wir einzigartig im All? Viele Menschen wünschen sich die Existenz Außerirdischer, um die kosmische Einsamkeit zu überwinden, die wir bis jetzt erfahren haben. Ihr Wunsch ist vermutlich längst erfüllt, auch wenn wir dessen noch nicht sicher sein können. Denn mithilfe einer einfachen Wahrscheinlichkeitsrechnung, wie sie auch Ulmschneider durchgeführt hat, lässt sich ermitteln, wie viele fremde Zivilisationen es in unserer Galaxis gibt. Die Formel wurde von dem US-Astronomen Frank Drake entwickelt und verknüpft acht Größen wie Sternentstehungsrate, Anteil der Sterne mit Planeten, Zahl der Planeten in der „Lebenszone“ um den Stern, Anzahl der belebten Planeten, davon der Anteil, auf denen Intelligenzwesen entstehen und so weiter. Die Zahlenwerte für diese Faktoren kann man natürlich nur grob abschätzen. In der Vergangenheit kamen nur sehr kleine Wahrscheinlichkeiten heraus, vor allem, weil man unser Planetensystem für einen Ausnahmefall im All hielt und die Entstehung des Lebens als so unglaublichen Zufall betrachtete, dass er sich wohl nirgendwo sonst im Universum wiederholte – oder höchstens ganz selten. Astrobiologen glauben an extreme Anpassungsfähigkeit Dies hat sich gründlich geändert. Heute kennen wir Hunderte fremde Planetensysteme. Offenbar bilden sich die Trabanten, sofern die Bedingungen günstig sind (genügend Gas und Staub in der Nähe, keine Riesensterne als Nachbarn, deren Strahlung den Raum von Materie freifegt), naturgesetzlich zusammen mit ihren Sonnen. Und viele Biologen glauben, dass überall, wo Leben entstehen kann, es auch entstehen wird. Bei dieser Betrachtung beschränken wir uns allerdings auf erdähnliche Welten mit flüssigem Wasser und Kohlenstoff als chemischer Grundlage des Lebens. Darauf basieren die einzigen Organismen, die wir kennen. Natürlich kann man über weitere fantastische Lebensformen, etwa schlaue Siliziumkristalle, Bälle aus magnetisch organisiertem Plasma oder intelligente Molekülwolken im freien Weltraum, trefflich spekulieren. Doch die können vermutlich keinen Hammer schwingen oder Funkgeräte bauen und fallen somit aus unseren Vorstellungen einer technischen Zivilisation heraus. Milliarden Sterne als Heimstatt unterschiedlicher Kreaturen Entscheidend erscheint die riesige Zahl von Planeten, die als Heimstatt der unterschiedlichen Kreaturen dienen können. Unsere Milchstraße hat zwischen 100 Milliarden und 400 Milliarden Sterne, da schwanken die Abschätzungen. Schätzt man eher vorsichtig und geht von 200 Milliarden aus, und davon, dass nur zehn Prozent erdähnliche Planeten haben, sind es 20 Milliarden. Und im beobachtbaren Universum gibt es mindestens 100 Milliarden Galaxien, vermutlich aber noch viel mehr. Die größte Unbekannte ist demgegenüber die Zahl der Welten, die unbelebt bleiben oder auf denen der Lebensfunke zündet, aber eine Höherentwicklung zu Intelligenzwesen dauerhaft unterbleibt. Hier stehen wir wieder vor einer Glaubensfrage. Der deutsche Physiker und Astronaut Ulrich Walter ist pessimistisch: Eine fremde Intelligenz pro Galaxie, höchstens aber eine Handvoll könne es geben, meint er. Eine mittlere Abschätzung ergibt 100 Zivilisationen in unserer Milchstraße, deren Heimatwelten im Mittel 5000 Lichtjahre voneinander entfernt sind. Der Heidelberger Astrophysiker Peter Ulmschneider liegt mit seiner Schätzung von zwei Millionen Zivilisationen im Mittelfeld. Optimisten unter den Astronomen rechnen mit vier Millionen Zivilisationen in unserer Milchstraße mit jeweils 150 Lichtjahren mittlerem Abstand. Wo sind sie, die Millionen? Wo aber verstecken sie sich? Das fragte sich vor einigen Jahrzehnten schon der berühmte italienische Physiker Enrico Fermi. Die Milchstraße, so seine Überlegung, ist weitaus älter als die zur Entstehung der Menschheit notwendige Zeit, folglich sollte es ältere außerirdische Zivilisationen geben. Wäre auch nur eine davon zu interstellarer Raumfahrt fähig, könnte sie die gesamte Galaxis innerhalb weniger Millionen Jahre vollständig kolonisieren. Dann müssten ihre Nachkommen überall in unserer galaktischen Nachbarschaft existieren oder sogar die Erde entdeckt haben. Dafür fanden sich jedoch bis jetzt keinerlei Hinweise. Dies ist das „Fermi´sche Paradox“. Dafür gibt es eine Reihe von Lösungen: Entweder wir sind tatsächlich allein. Oder die Bewerkstelligung der interstellaren Raumfahrt samt der Kolonisierung anderer Planeten ist extrem schwierig oder unmöglich. Vielleicht blieben die Kolonisatoren auf halbem Weg stecken und kamen über einen kleinen Umkreis um ihre Heimatwelt nicht hinaus, ihre Rasse starb aus (oder hat sich im Kriegen selbst ausgelöscht). Sie könnten uns auch entdeckt haben, aber sie ignorieren uns. Vielleicht sind die Außerirdischen noch Einzeller Am vernünftigsten erscheint jedoch das Argument der Gleichzeitigkeit: Nachdem vor grob vier Milliarden Jahren die ersten Einzeller entstanden waren, geschah dreieinhalb Milliarden Jahre lang nichts mehr. Erst vor rund 500 Millionen Jahren begann die Evolution höherer Formen. Derlei Zeiträume machen es unwahrscheinlich, dass Zivilisationen in bestimmten galaktischen Bereichen parallel existieren – ihr Auftreten kann um viele Hundert Millionen Jahre differieren. Deshalb ist auch kein Kontakt möglich. Der Münchner Astronom Harald Lesch nannte dazu einmal folgendes Beispiel: „Beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten war die Wüste Sinai auch eine Weile leer, weil die Israelis schon weg waren, die Ägypter aber noch nicht da.“ Vielleicht hat sich die Menschheit auch zu früh entwickelt für andere Zivilisationen. Denn womöglich entsteht in unserer galaktischen Epoche zum ersten Mal Leben im All, wie es zuvor nicht genügend schwere Elemente gab, um die Bildung von Planeten zu ermöglichen. Noch eine andere Idee erscheint einleuchtend: Vielleicht gibt es intelligente Wesen in unserer kosmischen Nachbarschaft, die aber nie komplexe Technologien entwickelt haben und es vielleicht auch gar nicht konnten. |