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Date Posted: 11:14:45 12/16/02 Mon
Author: deepblueeos
Subject: Allein sein



Allein sein

Und wieder war es so weit...Und wieder würde Er bald kommen. Es dauert nicht mehr lang...Und dann wird Er wieder seinen Ton erheben und schreien.
Sie konnte es nicht mehr ertragen. Sie konnte Ihn nicht mehr ertragen - Sie hasste Ihn. Und doch liebte Sie Ihn. Es lag in Ihrer Natur, ohne, dass Sie sich dagegen wehren konnte. Es liegt in Jedermans Natur. Also konnte Sie Ihn nicht hassen?... Sie einigte sich darauf ,dass Sie Ihn einfach nicht mehr ertragen konnte. Er widerte Sie an. Ja, Sie ekelte sich nahezu vor Ihm. Wenn Sie in Seine Augen sah, ergriff Sie ein Schauder. Sie sah nur Hass. Blinde Wut und - Tod.
Doch noch ist Er nicht da. Sie hat also noch Zeit. Doch was tun? Musik an - um die dreckslaune Laune wegzublasen. Aber es hilft nichts. Also lauter. Vielleicht würde sich dann Ihre Stimmung bessern. Wieder nichts. Noch lauter? Nichts passiert. Vielleicht die Umgebung angenehmer gestalten? Hmmm. Also Licht aus. Jaaaaa, jetzt fühlt Sie sich etwas besser - viel besser. Sie mag dieses grelle Licht nicht. Nicht, wenn die Welt außerhalb des Fensters im Dunkeln liegt (Also Nacht ist). Denn das künstlich weisse Licht der Glühlampe erschreckt Sie - macht Ihr Angst. Sie befürchtet, es könne tief in Ihre Augen eindringen. Über das Hirn bis zu ihrer Seele wandern und dort alles verbrennen - auslöschen, was noch da ist. Es macht Sie geradezu wahnsinnig – dieses Licht. Sie fühlt sich dann so unwohl, als würde Sie beobachtet.
Also Licht aus. Und Musik an. Jaaa. Jetzt fühlt Sie sich gut, geradezu euphorisch. Sie atmet tief ein und starrt grinsend aus dem Fenster. Ein teuflisches Grinsen.
Das Messer noch immer in der Hand, mit dem Sie gerade gearbeitet hatte. Sie starrt nun nicht mehr aus dem Fenster. Hinaus in die leuchtende Welt. Jetzt richten sich Ihre Augen auf das Messer – das blanke glänzende Messer. Sie hält es sich an ihren Bauchnabel. Wie es sich wohl anfühlt - das kalte Messer und das warme Blut - fragt Sie sich. Das würde Sie schon interessieren. Doch schon alleine bei dem Gedanken, bekommt Sie wieder Angst. Denn Jemand könnte Sie für verrückt erklären (wie es die Psychiater tun). Doch Sie wird nicht beobachtet. Es ist ja dunkel. In Träumen versunken streicht sie sich mit der Klinge über Ihre zarte Gesichtshaut. Dann erwacht Sie wieder. Aber nur kurz. Vergessen ist die Angst. Sie kann der Versuchung einfach nicht wiederstehen. Ihre Augen strahlen. Sie denkt darüber nach wie gut dieses scharfe spitze Ding sich in Jemand bohren kann. Wie gut es schneiden kann. Tiefer und immer tiefer. Krankhaft?
Doch Sie sieht keiner. Es ist ja dunkel. Sie streicht sich weiter vorsichtig (weil sehr scharf) über ihr Gesicht. Diese Spitze - ob es wohl sehr wehtut? Warum sterben? Hat sie nur dieses eine Leben? Sie hat nur dieses eine Leben! Wozu Tod? Um nie mehr zu existieren? Flucht? Erlösung? Während sie grübelt, gleitet das Messer noch immer über ihre feinen Häärchen, die sich drohend und erfürchtend vor ihrer Hinrichtung biegen. Wozu Tod? Für ewig verschollen? Sein Leben nie richtig gelebt? Verdammt!
Dann, das Messer immer noch in Bewegung, kreuzt es etwas nasses. Nass und salzig. Eine Träne und noch eine. Wie ein Bach. Fast schon ein Strom. Und bricht zusammen. Doch sie lächelt immer noch. Doch krankhaft? Oder nur schwer verletzt (geistig)? Verdammt!, denkt Sie wieder.
Da ein Geräusch. Doch nicht Ihres. Er kommt. Ob Er heute mal gute Laune hat? Sicher nicht. Mal gucken. Vielleicht? Schnell das glitzernde Ding weg. Und die Tränen.
Warum geht Sie nicht weg ? Verlässt Ihn? Sie erträgt Ihn doch nicht!
Es lag in Ihrer Natur. Sie liebte Ihn eben. Sie konnte nicht gehen! Sie wollte nicht gehen – nicht verlassen! Sie hatte Angst! Angst vor Ihm? Angst vor der Welt? Angst vor der völligen Einsamkeit und Vernichtung?...Sie wartete lieber bis Jemand kommen und Sie erlösen würde...Doch es wird Niemand kommen. Und sie ist sich selbst schuld ! (Oder?)

(Dez.2000?)


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