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Date Posted: 01:42:00 04/19/02 Fri
Author: cry
Author Host/IP: spider-fra-ta064.proxy.aol.com / 195.93.64.179
Subject: AN EUCH ALLE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! LEST ES ODER LASST ES..

mhmhm.. ich weiß, viele von euch denken ich wär dumm und kacke und einfach nur ein dummes Kind, das keine ahnung vom leben hat. Ich möchte hier auch nicht meine Lebensgeschichte erzählen um so Leuten was zu beweißen. Ich möchte sie erzählen um.. ja, um sie einfach mal zu erzählen. Oh gott, ich bin dämlich, aber ich brauch das jetzt einfach!
Also.. geboren am 15.06.1985 in Wiesbaden. So ziemlich jedem aus meiner Familie ging meine Geburt am arsch vorbei(Mein Vater hat zu meiner Geburt eine Karte geschrieben "Alles Gute zum Geburt der Tochter"). Es hat sich praktisch nie jemand für mich interessiert. Mein Vater lebt in Holland, hat eine neue Familie und will nichts von mir wissen. Ich lebe mit meiner Mutter in Frankfurt/Main. Leider auch zusammen mit meinem "Stiefvater" den ich bis heute abgrundtief hasse. Ich weiß nicht warum, ich hasse ihn einfach. Nungut, jedenfalls lief alles in meinem Leben ziemlich normal.. aufgewachsen in ner Großstadt wusste ich schon mit 14 jahren wie sich Heroin auf den Menschen auswirkt. Ob ich stolz drauf bin? nein! Jedenfalls hab ich dann auch langsam in der Schule abgekackt und erst mit 16 Jahren den Anschluss gepackt. Alles lief super. Bis ich eines Abends am offenen Fenster saß, telefoniert habe und plötzlich einen Schuss gehört habe. Ich hab erst gedacht, da hätte jemand n knaller geworfen und mein maul aufgerissen und rausgeschrien: "woha wie lustig!!!" .. leider wars kein knaller oder sonstwas. Hm.. die Nacht danach hab ich beim KDD verbracht, Protokoll, den ganzen Kack von a bis z.. ich war dauernd panisch, aber ich konnte verstehen dass die Kripo mich nich gehn lassen wollte bis sie den kerl haben. Naja, um 6 uhr morgens durfte ich dann gehen. Ich hab bis zum nächsten tag drauf bestanden, zur schule zu gehen und alles so zu machen als wäre nichts passiert. Mhmhmm.. schock halt. Egal!
Da mein Stiefvater meinte, ich soll mich zusammenreissen habe ich versucht, danach weiterzumachen als wäre nichts passiert. Mein Körper hat mir ganz klar gezeigt, dass er das nicht für richtig hielt und ich lag dann erst mal 2 monate mit einer üblen Leberentzündung zu hause und konnte absolut nichts machen. Meine Arzt, meine Mutter, die Schule und praktisch alle meinten dann, es wäre besser wenn ich mich von alle dem erst mal erhole und 1 jahr pause mache. Nunugt, seitdem bin ich krank geschrieben. Ich hab echt gedacht, damit wäre das meiste ausgestanden. Jaja.. optimismus ist was schönes!! Irgendwann kam dann der Brief, ich sollte am 8.2. aussagen. Vor Gericht. Ich musste ihn also wiedersehen, Jürgen Manfred Degner, den mann der seiner ex-freundin in den Kopf geschossen hat. So dumm wie ich bin dachte ich mir, es hilft mir wenn ich eine woche vorher "urlaub" bei meinem derzeitigen freund mache. Seine Eltern waren im Urlaub. Nunugt, also bin ich zu ihm gefahren, war eine Woche bei ihm und es war jeden Tag die pure quälerei. Am Letzten tag, kurz bevor ich fahren wollte, hab ich ihm gesagt, dass das zwischen ihm und mir nichts wird und dass ich lieber schluss machen will. Dummer Fehler, er fand das anscheinend nicht so toll, hat mich gepackt und 3 tage wie im gefängnis gehalten. Er hat mich gequält, körperlich wie seelisch. Ich war 3 Tage festgehalten mit der Aussicht auf den Tod. Und, keine ahnung wieso, ich hab einen Lebenswillen entwickelt der übermenschlich war. Nach 3 Tagen, als er nachts tief und fest geschlafen hat konnte ich mich befreien und bin aus dem 1. Stock gesprungen, einfach vom Balkon. Es war mir egal, dass ich mir den Knöchel verstaucht hatte, ich war frei. Vor lauter Panik vor ihm hab ich mich ne nacht lang im wald versteckt. Bis mich ein mann gefunden hat, der mit seinem Hund unterwegs war. Der hat dann die Polizei gerufen und so nahm alles seinen Lauf. Aber anstatt zu Hause auf jemanden zu treffen, der mich einfach mal in den arm nimmt traf ich auf eine wütende mutter und einen hassenden Stiefvater. Das war 2 Tage vor der Verhandlung vor der ich eine solche Angst hatte. Ok, zur Verhandlung bin ich zwar humpelnd gegangen, aber ich war da. Gott was hatte ich eine Angst. Ich habe ihn die ganze Zeit nicht angesehn, ich hab so sehr gehofft ihn einfach ignorieren zu können. Ich saß da, hab mich auf die 3 richter und die 2 schöffen konzentriert und ihn kein einziges mal angesehen. Bis zu dem Augenblick als der Richter mich fragte: "Erkennen sie den Angeklagten wieder?" .. und scheisse, ich hab ihn wieder erkannt, ich hab seine grünen augen gesehen, seine blonden Haare, wie groß er war, seine hände, alles.. ich hab ihn wieder erkannt und ich hab mir gewünscht, ihn nicht wieder zu erkennen.
Auch nach der Verhandlung hab ich mir jemanden gewünscht, der mir zur seite steht und mir sagt, das hast du gut gemacht und jetzt ist alles vorbei!
Gab es so jemanden? .. nein
Nach der Verhandlung war eigentlich alles noch schlimmer als vorher, ich hab angefangen mir Gedanken zu machen. Ich hab angefangen zu überlegen, warum er mich nicht erschossen hat obwohl ich die einzige tatzeugin bin und obwohl er die möglichkeit hatte. Innerlich habe ich ihn dafür gehasst..
Meine "Eltern" haben kein bisschen verstanden warum ich so war. Warum ich bei jedem Krankenwagen der vorbeifuhr Panikanfälle hatte, warum ich manchmal schreiend zusammengebrochen bin, warum ich mich auf sachen nicht konzentrieren konnte, warum ich immer stiller und gleichzeitig immer lauter wurde. Ich habe mich immer mehr in eine welt verschlossen zu der sie keinen Zutritt hatten. keiner! Warum ich das gemacht habe? Gute frage.. weil ich die "reale welt" nicht mehr ausgehalten habe? Keine Ahnung, ich weiß nur das ich eines tages bei einer Therapeutin saß, sie mich irgendeinen belanglosen mist gefragt hat und ich angefangen hab zu weinen. Nicht zu schreien oder sonstwas. Ich hab einfach nur geweint. Stundenlang. Ob mir das geholfen hat? Ich weiß es nicht, ich fühle mich nicht unbedingt anders. Ich bin bei der gleichen Therapeutin in Behandlung, einmal pro woche sitze ich bei ihr und weine mir die seele aus dem leib. Anfang Juni werde ich für 3 monate in eine Klinik für "gestörrte jugendliche" eingewießen. Ich klammer mich ehrlich gesagt krankhaft an die Hoffnung, dass nach diesem Klinik Aufenhalt alles besser und einfacher ist. Klar, im tiefsten innern weiß ich das es nicht so ist. Aber nur im tiefsten innern..
Zum Thema Selbstmord: Warum ich hier bin is auch ne gute frage. Ich denke mal, die Gespräche mit euch helfen mir. Helfen mir zu sehen, dass ich nicht alleine auf dieser Welt bin. Helfen mir, um zu sehen, dass es weitergeht. Irgendwie.. und das ist wahrscheinlich auch einer der Hauptgründe warum ich das alles schreibe. Ich möchte euch allen Danken! Ich möchte euch dafür danken, dass ihr da seid, dass ihr existiert und dass ihr mir das Gefühl gebt, nicht absolut alleine mit meinen Gedanken zu sein.
"Du bist zärtliche 16, in dem Alter sollte man noch andere Gedanken haben als Selbstmord" (Kommentar von DaCrYiNgSoUL!).. sollte man? Ich weiß nicht.. ich würde gerne andere Gedanken haben. Ich würde gerne so tun, als würde es mir gut gehen. Aber alles was in meinem Kopf ist holt mich irgendwann wieder ein. Leider..?!..
Nungut, genug für's erste!!
Ihr alle - Ich danke euch! Und ich hoffe, dass es euch noch sehr sehr sehr lange gibt, denn so scheisse das Leben auch sein mag, es gibt immer menschen die euch brauchen! Vergesst nie, dass es auch einen anderen Weg als Selbstmord gibt. Vielleicht nicht im ersten Moment. Aber irgendwo da draußen gibt es einen Grund, weiterzuleben. Und ich hoffe, ihr findet ihn und könnt eines Tages sagen, ihr genießt euer Leben.
In Liebe zu euch allen (auch wenn einige von euch keine gute Meinung von mir haben)..


eure cry

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