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Date Posted: 14:44:31 11/05/03 Wed
Author: nightangel
Subject: Der Schutzengel! (ein klein wenig überarbeitet)
In reply to: nightangel 's message, "Der Schutzengel! (eine etwas längere Geschichte)" on 11:11:21 10/31/03 Fri

Ich habe die Geschichte jetzt an zwei/drei Stellen ein klein wenig überarbeitet. So wie sie jetzt ist wird sie bleiben (na es sei denn ich find noch Rechtschreib- oder Tippfehler :)).

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Der Schutzengel!

Tränen liefen über ihr Gesicht als sie langsam durch die Straßen lief. Dann nach einiger Zeit, kam sie endlich zu dem Haus das sie schon so oft betrachtet hatte. In letzter Zeit saß sie fast täglich im gegenüberliegenden Park und betrachtete verträumt dieses riesige hohe Gebäude, wie es stolz gen Himmel ragte. Nun wollte sie endlich das tun, wovon sie ständig träumte, wenn sie es sich ansah.

Sie ging zur Rückseite des Gebäudes denn sie wusste das die Hintertüre nie verschlossen war und man von dort aus ohne weiteres hinein kam. Sie öffnete die Türe und schlich sich leise hinein. Niemand sollte was mitbekommen. Es wäre schrecklich, wenn einer der Bewohner sie bemerken oder auch nur ahnen würde, was sie vorhatte. So schlich sie ganz leise und vorsichtig die Treppen hinauf. Sie ließ sich Zeit damit ja niemand was bemerkte.

Stockwerk für Stockwerk schlich sie weiter. Im siebten Stock angekommen, legte sie eine kurze Pause ein. Überlegte dabei ob sie für die restlichen acht Etagen nicht doch den Fahrstuhl nehmen sollte. Verwarf diesen Gedanken aber sofort wieder. So ein Aufzug war nicht gerade sehr leise und sie hatte Angst das es jemandem auffallen könnte wenn er so spät abends noch durch das Haus fuhr. Zumal auch noch bis ganz nach oben zum Dachboden hinauf. Also machte sie sich nach einigen Minuten wieder zu Fuß auf den Weg und stieg weiter die Treppen hinauf, bis in den fünfzehnten Stock. Dort kam man vom Dachboden aus, durch eine kleine Türe, auf das Dach hinaus.

Hier oben wehte ein kräftiger kühler Wind, der ihr fast die Türe aus der Hand gerissen hätte als sie hinaus trat. Glücklicherweise konnte sie schnell genug reagieren damit diese nicht mit einem lauten Knall zuschlug.
Nun stand sie endlich hier oben. Wie oft hatte sie sich schon ausgemalt wie es wohl sein würde. Sie schaute an der Vorderseite des Hauses hinunter. Wie winzig klein doch die Autos waren, die da unten parkten, dachte sie bei sich.

Langsam ging sie zu Hausrückseite, trat ganz dicht an den Rand des Daches und eine innere Ruhe und Zufriedenheit überkam sie als sie auch dort, hinunter sah. Sie dachte daran, das nun bald alles vorbei war. Das dann niemand ihr mehr weh tun könnte, sie niemandem mehr zur Last fallen würde. Sie hatte ihren Weg gefunden, musste ihn nur noch gehen. Genau diesen Weg wollte sie einschlagen.

Wie sie so dastand und in die tiefe hinunter sah, hatte sie plötzlich das Gefühl nicht mehr allein zu sein. Sie drehte sich um und da stand er. Wie aus dem nichts war er plötzlich da und schaute sie nur an. Sie war wie erstarrt. Wo kam er plötzlich her? Sie hätte es doch hören müssen wenn jemand kam. Lange standen sie beide da und schwiegen. Bis er dann fragte: "Was machst Du um diese Zeit so allein hier oben?" Im ersten Moment wusste sie nicht was sie antworten sollte, hatte sie doch nie damit gerechnet das überhaupt jemand autauchen könnte, und mit dieser Frage schon gar nicht. Sie senkte den Blick, überlegte kurz und antwortete dann mit einer Gegenfrage. "Wer bist du und warum interessiert es dich was ich hier mache?" "Ich sah dich hier oben stehen und es kam mir doch ungewöhnlich vor, um diese Zeit hier oben jemanden stehen zu sehen. So nah am Rand und noch mit einem so traurigen Blick nach unten" erwiderte er.

Sie sah ihn eine Weile an und sein Blick strahlte so etwas wie wärme aus. Ja, seine Augen sahen sie irgendwie freundlich, fast schon zärtlich an. Plötzlich konnte sie nicht mehr anders. Ohne es zu wollen fing sie an zu erzählen. Sie erzählte ihm alles, von der Kindheit angefangen, von den ganzen Qualen die sie damals schon durchlebte. Von ihrer Einsamkeit und das sie keinen Halt in diesem Leben fand. Das es doch nie jemanden interessierte was sie dachte und fühlte.
Er hörte ihr aufmerksam zu, unterbrach sie nicht ein einziges mal.

Sie wusste nicht wie lange sie schon hier oben standen, doch als sie zu ende erzählt hatte, begann schon der Morgen zu dämmern. Es war schon merkwürdig, das sie ihm, einem fremden, plötzlich alles erzählt hatte, wusste doch nicht einmal ihre Familie von alle dem. Aber er war der erste der wirklich mit Interesse zuhörte, ohne sie auch nur einmal zu unterbrechen. Da viel es ihr irgendwie leicht, alles zu erzählen.

Wieder standen sie eine ganze Weile schweigend da, als sie auf einmal seine Stimme vernahm. "Und nun willst du auf diese Art alles beenden? Es gab doch auch schöne Momente in deinem Leben, wenn auch nur wenige, aber daran kannst du sehen das es auch anders geht. Niemand weiß was die Zukunft bringt, es kann sich noch so vieles ändern". Sie dachte noch mal über alles nach, ließ ihr bisheriges Leben noch einmal an ihrem geistigen Auge vorüber ziehen. Glaubte nicht daran das sich je was zum guten ändern würde. Sie wollte ihm gerade antworten. Doch als sie sich umdrehte, war er fort. So plötzlich wie er erschien war er nun auch wieder verschwunden. Sie hatte nicht bemerkt das er gegangen war.

Am Horizont ging nun langsam die Sonne auf und sie dachte bei sich, das es jetzt eh keinen Sinn mehr hatte ihr vorhaben wahr zu machen. Nicht mehr lange und die ersten Bewohner des Hauses würden wach werden und sie wahrscheinlich hier oben bemerken. Also machte sie sich ganz leise wieder auf den Weg nach unten. Immer noch traurig und grübelnd begab sie sich auf den Heimweg. Sie konnte nicht verstehen warum ausgerechnet in diesem Moment, als sie doch endlich alle dem ein Ende setzen wollte, jemand auftauchte der ihr einfach nur zuhörte. Wie oft hatte sie jemanden gesucht der das tat und doch nie auch nur einen Menschen gefunden, der sich die Zeit nahm und einfach nur für sie da war. Zuhause angekommen, legte sie sich erst einmal ins Bett und schlief bis zum nächsten Morgen. Als sie erwachte und in die Zeitung sah, fand sie darin einen Bericht über eine Frau die die ganze Nacht, alleine, auf dem Dach eines Hochhauses stand. Man hatte versucht an sie heran zu kommen, doch die Türe zum Dach war verschlossen. Man hatte es nicht geschafft sie auf zu brechen egal mit welchen Mitteln. Als man dann gegen morgen bemerkte das sie sich doch wieder auf den Weg nach unten machte, gaben sie auf und zogen sich zurück.

Als sie den Artikel gelesen hatte fragte sie sich warum darin stand, das sie allein dort oben war. Hatte man "ihn" denn nicht bemerkt? Sie war doch gar nicht alleine auf dem Dach. Aber was nutzte es darüber nachzudenken, eine Antwort würde sie wohl doch nicht finden. Sie wusste nur eines, sehr gern hätte sie ihn wieder gesehen, hätte so gern gewusst wer er war, doch tief im inneren wusste sie das sie ihn niemals wieder sehen würde. Langsam wurde ihr klar das er kein Mensch wie jeder andere war, er war............... ihr Schutzengel............... der sie davor bewahrt hatte, etwas sehr wertvolles weg zu werfen.........................!

© nightangel (04.09 – 31.10.2003)

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