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Date Posted: 03:11:04 07/03/03 Thu
Author: Traumfalke
Subject: Der Beginn meiner zweiten Geschichte - Blutsbande

Blutsbande


„Sie suchen mich bereits...ja sie suchen mich....“
Ich drücke mich eng an die Mauer, hoffe, das sie mich nicht finden. Ich setze die Disziplin Verdunkelung ein, es kostet mich Kraft und Blut obwohl ich so stark bin. Dieses Mal war einmal zuviel...
Ich spüre wie mich Erinnerungen übermannen....
So möchte ich euch erzählen, wie mein Leben verlief, das Leben von Kyra dé Castellan, auch wenn ich vieles nur vom Hörensagen weiß...

Unser Haus am Rand von München war sehr schön, ein großes Haus, auf das viele neidisch waren. Außen war es hellblau, mit dunkelblauen Rolläden. Ein riesiger Garten umgab es, dort wuchsen Tannen, Eichen, Buchen und jede Menge Büsche. Der Rasen und die Hecken waren immer gepflegt und wenn man vom Gartentor aus nach rechts ging, kam man direkt zu dem Fischteich mit den wertvollen Kois. Ging man dagegen links hinüber, gelangte man an den großen Swimmingpol, an dessen Rand 4 Liegen und ein Sonnenschirm aufgestellt waren. Doch an diesem Tage, dem 8.7.1984, war niemand zu Hause. Meine Mutter...unsere Mutter, war von unserem Bediensteten ins Krankenhaus gebracht worden. Von dort verständigte Sam, der Hausbutler, unseren Vater, der sofort seinem Stellvertreter Bescheid sagte und dann ins Krankenhaus fuhr. 16 Stunden lag unsere Mutter mit uns in den Wehen, dann wurde erst Kelly, dann ich, Kyra, geboren. Unser Vater war völlig aus dem Häuschen, als man ihm sagte das er Zwillinge habe. Ja, so kamen wir in diese Welt, völlig unproblematisch und nichts wies daraufhin, was das Schicksal uns für unterschiedliche Wege vorzeichnete. Eine Woche lang wurden wir im Krankenhaus versorgt, dann kehrte Mutter mit uns nach Hause zurück, zurück in dieses riesige, wunderschöne blaue Haus, in dem zwei Zimmer für uns hergerichtet worden waren. Das meiner Schwester war mit gelben Wänden, einem Wickeltisch, vielen Spielsachen und einer Spieluhr über dem Bett. Mein Zimmer war blau gestrichen. Die Ausstattung war genau die Gleiche wie bei Kelly. In der Wand war eine große Schiebetür, diese hatten meine Eltern geöffnet und einen Laufstall hineingestellt. In diesem verbrachten wir beiden unsere Tage. Unsere Eltern waren stolz auf uns, und doch bezahlten sie ein Kindermädchen, das uns den lieben langen Tag versorgte.

Indem wir älter wurden, änderte sich auch die Ausstattung unserer beiden Zimmer. Die Schiebetüre, die blieb jedoch immer offen, denn für Kelly und mich war es unheimlich wichtig, das wir beisammen waren. Die Kuscheltiere und Babydecken, die Wickeltische und Blümchenvorhänge wichen modernen Jungendzimmern, Kellys weiß, meines schwarz. Auch die Zimmerwände bekamen die Farben der Betten, auch wenn unsere Eltern nicht gerade entzückt waren, über mein schwarzes Zimmer. Doch mir gefiel es. Und weil ich die Jüngere von uns Beiden war, gestatteten die Eltern es mir. Meine Schwester und ich waren unzertrennlich, was wir taten, taten wir gemeinsam. Wir kauften zusammen ein, wir strichen gemeinsam unsere Zimmer, wir hörten gemeinsam Musik und wir machten gemeinsam Hausaufgaben. Selbst an unsere Computer gingen wir noch gemeinsam. Bis wir 19 Jahre alt wurden....
Langsam begannen sich unsere Interessen in andere Richtungen zu wandeln. Kelly ging mit Freunden aus und genoss ihr Leben. Ich vergrub mich in meinen Büchern, lernte und lernte und blieb die meiste Zeit in meinem Zimmer. Wenn ich wegging, dann mit Leuten, die meine Eltern wohl als „Gesocks“ bezeichnet hätten. Ich gebe zu, sie waren wirklich nicht gerade vom feinsten Schlag und trotzdem...ich mochte sie und so lies ich mir nicht von meinen Eltern verbieten, mit ihnen wegzugehen, auch wenn dies denkbar selten war.
Meine Gedanken veränderten sich, ich spürte wie ich nachdachte über Dinge, die mir früher nicht einmal in den Sinn gekommen wären. So unter anderem über den Tod und Fabelwesen wie Vampire und Werwölfe.

Zu dieser Zeit entschied sich, welche Ausbildungswege wir gehen würden. Kelly flehte mich an, ihr beim Lernen zu helfen, doch sie hatte zuviel Zeit mit ihren Parties vergeudet und sie schaffte ihr Abitur nicht. Ich bestand als Klassenbeste. So mussten wir, das erstemal im Leben gezwungenerweise, getrennte Wege gehen. Diesmal war ich die, die flehte, ich flehte meine Eltern an, das ich den selben Weg gehen dürfe, wie Kelly, doch sie gestatteten es nicht. So ging ich auf die Uni und studierte Jura, während meine Schwester eine Ausbildung als Bürokauffrau begann. Es war schwer für uns beide, und wir saßen oft abends an der Schiebetür und heulten uns aus, weil wir den Tag getrennt verbringen mussten und ich sogar noch sehr oft bis spätabends in der Universität war. Natürlich lernte ich nicht nur, nein, ich suchte weiterhin Bücher über Vampire und Werwölfe. Ich fand sie auch. Ob Romane oder Bücher, die sich mit dem Wesen eines solchen Geschöpfs befassten, es war mir egal. Hauptsache ich konnte über sie lesen. Oft hatte ich das Gefühl, als würde ich dabei beobachtet, doch wenn ich mich dann umsah, war niemand zu sehen...
Es war ein seltsames Gefühl, welches mir sagte, das da doch irgend jemand sein musste. Sehen konnte ich ihn in diesen Tagen jedoch nie. So lernte ich weiter und schmökerte weiter in meinen Büchern. An unserem 20. Geburtstag bat Kelly mich, mit ihr und ihren Freunden in eine neu eröffnete Disco zu gehen. Obwohl ich Bedenken hatte, ging ich mit. Irgendwie freute ich mich auf den Abend, wir machten uns zurecht, Kelly blond, in einem atemberaubenden weißen Kleid, ich mit schwarzgefärbten Haaren und einen Hauch von nichts aus schwarzer Seide. Als ihre Freunde uns abholten, machten sie uns Komplimente. In der Disco setzten wir uns erst und tranken ein bisschen was, dann als es langsam voller wurde, entschlossen Kelly und die anderen sich, zu tanzen. Ich hatte keine Lust, es war stickig und voll und die Luft verraucht von den Nebelmaschinen. Abermals kamen sie alle und fragten mich, ob ich nicht mit tanzen wolle. Ich verneinte, da meinten sie, ich sei eine Langweilerin und Spielverderberin. Normalerweise interessierte es mich herzlich wenig, wenn jemand sowas zu mir sagte, doch an diesem Abend regte es mich auf und so ging ich wutschnaubend aus der Disco. Kelly eilte mir bis zum Eingang nach. „Bitte, Kyra, bleib doch da...sie meinen es nicht so...“
Ich schüttelte den Kopf. „Nein Kelly, tut mir leid ich habe genug...“
Sie fragte: „Sollen wir dich noch nach Hause bringen?“
Wiederum verneinte ich. „Ich gehe zu Fuß, danke, Kelly.“ Meine Zwillingsschwester sah mir mit einem Gesichtsausdruck nach, der sowohl ihre Traurigkeit wie auch Besorgnis zeigte.
Dennoch ging ich. Der Weg war nicht gerade kurz und führte unter anderem direkt durch den Park. Ich ging langsam, meine Gedanken waren bereits wieder bei meinem Lieblingsthema. Ich wurde mir der Stille bewusst. Nicht einmal eine Grille zirpte, nichts, kein Geräusch war zu hören.
Ich sah mich um. Niemand da.
Als ich wieder weitergehen wollte stand er urplötzlich vor mir, ein Mann, etwa 20 - 25 Jahre alt. Ich erschrak fürchterlich. Er begann zu sprechen, seine Stimme klang freundlich, irgendwie zog sie mich in ihren Bann. „Wir beobachten dich schon lange, Kyra dé Castellan. Du interessierst dich für uns, überdurchschnittlich stark.“
Ich kniff mir in den Arm. War dies ein Traum? Nein, er stand immer noch da vor mir. „Willst du eine von uns werden? Uns in unsere Welt folgen? „
Ich zögerte...doch da war irgend etwas, ich sah in seine Augen und es lockte mich. Ich nickte. „Ja, ich will mit dir kommen...“

Er ergriff meine Taille und zog mich zu sich, seine Stimme klang sehr sexy als er sagte: „Du bist ein hübsches, intelligentes Mädchen...“
Dann spürte ich einen scharfen Schmerz, als er zubiß. Es kam unerwartet und ich keuchte auf. Ich spürte wie mich meine Kraft, mein Blut, mein Lebenselixier mehr und mehr verließ. Er legte mich sanft an den Boden, ich vermochte nicht mehr klar zu denken, als ich seine leise Stimme hörte: „Trink, Kyra...“
Ich sah verschwommen seinen Arm vor mir, ergriff ihn und leckte das Blut davon ab, das aus einer kleinen Wunde lief. Eine Art Rausch ergriff mich, es schauderte mich ein wenig. Ich saugte gieriger. Doch er lies mich nicht lange gewähren, dann entzog er mir seinen Arm. Ich spürte wie kalt meine Haut geworden war, mein Herz schlug nicht mehr...
„Bin ich....?“
Er nickte. Ich konnte nicht fassen, was ich da erlebt hatte, und doch durchzog mich ein Gefühl von neuer Kraft, neuer Macht...Ich erhob mich und folgte ihm, als er langsam davonging. Kein Gedanke von Reue durchzog mich in diesem Moment, ich dachte nicht an meine Familie, nicht an meine Zwillingsschwester, nicht an Freunde und nicht an mein Studium.

Nur wenige Minuten später fand meine Schwester im Park den blutigen Fleck und meine Handtasche, sie schrie ihre Trauer heraus, glaubte sie doch, mir sei etwas zugestoßen...nur mit Mühe brachten ihre Freunde sie nach Hause. Was dort vor sich ging, bekam ich nicht mit.
Der Vampir, der mich „erschaffen“ hatte, brachte mich in eine Art Katakomben, unter der Universitätsbibliothek. Dort warteten andere, viele andere. Der Vampir sah sich um, ein junger Mann kam auf ihn zu und begrüßte ihn ehrerbietig mit den Worten: „Guten Abend Darius, welch schönes Geschöpf bringt ihr dort herbei?“
Darius lächelte und nahm meine Hand, führte mich in den Kreis meiner neuen Familie. „Das hier ist Kyra dé Castellan. Sie ist meine neue Tochter.“
Die anderen Vampire schienen sich tatsächlich zu freuen, jeder begrüßte mich und wollte mich einmal berühren. Und dann sah ich ihn...Alexander, einen ehemaligen Schulkameraden, der – angeblich – ermordet worden war, von dem man jedoch nie die Leiche gefunden hatte. Nun verstand ich wieso. „Hallo Alex...“ begrüßte ich ihn. Meine Stimme klang mir selbst fremd, so samtig und weich. Er nickte mir lächelnd zu, er wusste das ich verstanden hatte.
„Ich werde sie in der Jagd einweihen, auch für euch ist es nun Zeit, aufzubrechen, Brüder und Schwestern.“ Darius sah alle nacheinander an. Langsam erhoben sie sich und verliessen die Katakomben, bis nur noch ich und Darius da waren. Er nahm meine Hand und führte mich hinaus in die Nacht. Bald erblickte er eine Frau, die eilig den Weg entlang lief. Es war eine ruhige Straße. „Da...“ Darius flüsterte nur. „Das wird unser Opfer. Ich zeige dir, wie es geht.“ Er schlich an die Frau heran. Sie bemerkte ihn, gerade als er seine Hand auf ihren Mund presste und sie zu sich heran zog. Rasch gruben seine Zähne sich in ihren Hals, doch er trank nicht viel. Sofort nahm er mich bei der Hand und zog sie heran. Er stützte das „Opfer“ während ich das erstemal zubiss....ein unbezwingbarer Rausch ergriff mich, doch Darius zog mich rechtzeitig beiseite. Er lies die Frau los, ehe sie realisieren konnte, was geschehen war. Rasch verschwanden wir wieder im Schatten.
„Trink niemals zuviel mein Kind, sonst tötest du dein Opfer...mit jedem Getöteten verlierst du ein Stück deiner Menschlichkeit...“ sagte Darius mit ernstem Gesicht. Obwohl es so dunkel war konnte ich alles gut erkennen. Wir waren noch länger unterwegs in dieser Nacht, Darius brachte mich noch zum Prinzen und stellte mich vor. „Ein hübsches Child, Darius. Achtet darauf das sie lernt was sich ziemt.“
Sogleich beging ich meinen ersten Fehler, indem ich sagte: „Ich weiß schon was sich ziemt!“
Der Prinz sah ziemlich verärgert auf mich herab: „Lehrt sie ihre Zunge zu hüten!“
„Was habe ich denn jetzt Falsches getan?“ Ich sah zu dem Prinzen hinauf, der mir sogleich einen Beweis seiner Stärke gab und mich nur mittels seiner Willenskraft auf die Knie zwang. „Sie muß noch viel lernen, Darius!“
Ich wollte wieder etwas sagen, ich war wütend, doch Darius zog mich beiseite und gebot mir zu schweigen. So blieb ich still neben ihm stehen während er sich vor dem Prinzen verbeugte. „Ich werde sie schon noch erziehen.“
Der Prinz meinte nur noch: „ Lasst sie nicht zulange so widerspenstig sein..“
Dann entließ er uns mit einer Geste seiner Hand.

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