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Date Posted: 09:52:16 05/09/05 Mon
Author: Russe
Subject: Lutzen (grossgoerschen 2005) - Report

Donnerstag - Marsch
Früh gegen 10 ereilte unser Peleton der 9è leger als Teil der Division Ricard im Korps Ney bei Markranstädt kurz vor Leipzig der Befehl, sofort umzukehren und auf das Schlachtfeld von Lutzen zurückzukehren. Marschziel: Kaja. Unser Peleton umfasste dazumal 6 Köpfe: Sgt. Delarue, Caporal Charpentier, Chasseurs Russe und Tomas (wegen Hochglanz von der Garde zur 9è strafversetzt) und die Velites Trapier und Etienne Egalité (2ème escuoade). Im Eilmarsch erreichten wir Quesitz, von dort fürhte unser Weg nach Räpitz. Die hier uns feiernde Bevölkerung empfahl uns, die Feldwege zu erkunden anstatt im direkten Weg auf Meuchen zu ziehen. Also umgingen wir den Ort - stießen auf Lutzen und von dort wieder auf Meuchen von der anderen Seite, wobei wir mehrere Bäche überquerten, im Gänsemarsch an Rapsfeldrainen entlangzogen. Nicht erwähnen muss ich, dass wir - immerhin befanden wir uns im Verbündeten Sachsen und mussten mit den Einheimischen fraternisieren, nicht nur auf Kreuzungen rasteten, sondern auch jedes Wirtshaus am Wegesrand besuchten, um dort die Stimmung gegen den Feind aus dem Osten erkundeten. Am Nachmittag betraten wir Kaja , wo uns eine Einheimische, eine Verwandte unseres Veliten Trapier bewirtete. Von Kaja führte uns der Rest unseres Weges wiederum über Rapsfeldraine nach Großgörschen, wo wir auch unser Lager aufschlugen und unter Weisungen unseres Sgt. Delarue bei einigen Flaschen Rotweines abkochten.
Die Nacht verbachten wir zu 5t in einem A-Zelt, was nicht so schlimm gewesen wäre, hätten nicht die Zwiebeln zu wirken begonnen.

Freitag - Regen und Sackgang
Der Freitag begann mit Regen, die Stimmung hatte einen beinahen Tiefpunkt erreicht. Unserer Ausrüstung sah man an, dass wir den letzten Tag auf dem Marsch verbacht hatten. Wir brachten uns ein wenig auf Vordermann, redeten viel ungehobeltes Zeug und emfingen Verstärkung: die Chasseurs LeBeau (vormals: Velite de Struktiv) und Escargot (2eme esc). Ansonsten Drill, Patronen füllen, kochen.
Erwähnt sei noch, dass wir den Neffen unseres alten Caporal-Fouriers Beaujoloais trafen, der sich im Lager verdächtig machte...
Der Soldat braucht Beschäftigung, sonst macht er Dummheiten.

Sonnabend - Gefechte
Wie stets begann der Tag mit Morgenappell, dem ritualen Betrachten einer Kanne heißen Wasser in der Glut des Lagerfeuers und irgendwann des Schlapperns eines Schälchen Heesens (wie sagen unsere sächischen Verbündeten: Ohne Gaffee gönn mir nich gämbfn..." Beim später erfolgten Begrüßungsappell aller Truppen erkannten wir, dass Püktlichkeit auch des Soldaten Zier sein könnte, wenn nciht nur Offiziere Uhren hätten. Wir erschraken, als uns der Bürgermeister auf den Nachmittag auf ein Glas Bier einlud, und ich betete, dass ich einer der ersten 3 sein dürfte, der aus diesem einen Glas trinken dürfe.
Inzwischen stieß noch Chasseur Champagne zu uns. Delarue erhielt seine Marschorder, änderte sie ab und teilte unsere Truppen. Während die Masse den Weisungen des Gegners folgend diesem folgte, besetzte die leichte Infanterie (Sachsen und Franzosen) das Dorf Kaja von der anderen Seite aus. Der Gegner schickte als seine Vorhut ein österreichisch anmutendes Fahnenpeleton, das sofort festgesetzt wurde. Auch die weitere Streitmacht wurde in die Zange genommen. Leider handelte es sich beim Gegner hier nicht um die preußische Hauptstreitmacht, die auf dem Exerzierplatz geblieben war. Diese hätte sich an dieser Stelle nicht entfalten können und der Hinterhalt hätte den Ausgang der folgenden Schlacht beeinflussen können. Hätte, wenn und aber...
Ein Einheimischer versorgte uns alle mit Getränken, dann zogen wir uns über Rahna zurück auf Großgörschen, schwach bedrängt von braunschweigischen Jägern.
In Görschen wurde nochmals die Musketen gespült, Munition aufgefüllt, und bald begann die Hauptschlacht. Wir mussten erkennen, dass auf unserer Seite scheinbar jeder Stabsoffizier gefallen war, ein koordiniertes Vorgehen war nicht mehr möglich. Die 9è stand mit beiden sächsischen leichten Regimentern auf dem linken Flügel, doch das durch unser Vorgehen gesicherte Gelände wurde nicht von schwerer Infanterie besetzt. Zudem verstärkte der Gegner seinen linken Flügel, ohne dass bei uns darauf reagiert wurde. So wurden wir im Laufe des Gefechtes vom Gegner aufgerieben. Ich glaube, die Schlacht ging an die Preußen, doch nach der Schlacht ist vor der Schlacht! Kommt uns nur nach Plancenoit!
Der Rest des Tages wurde mit Gewehrputzen, Besuch des dortigen Wirtshauses und Erkundungen im Zelt bei der Siegesfeier des Gegners verbacht.

Sonntag - Flucht
Der vorherige Regen hatte den Lagerplatz wie schon die meisten Jahre zuvor in eine Sumpflandschaft verwandelt. Die Abnutzungen der letzten Tage demoralisierten unser Peleton und zwangen uns, die Walstatt schleunigst zu verlassen.

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